Scheitern!

Wir alle haben Angst vor dem Scheitern, davor, die perfekte äußere Hülle nicht bewahren zu können, das Gesicht zu verlieren, zu versagen. An einem „gescheitertem Ort“ , den ehemaligen Gleishallen am Bremer Hauptbahnhof, legt die Ausstellung "Scheitern!" einen Finger in eben diese Wunde. Ein Drama mit Happy End.


Schwerpunkte:
Inszenierung
Konzeption
Grafik
Projektmanagement
Text

Team:

Susanne Wendlandt

Fotos:
Urs Siedentop

www.freie-kreation.com

Peer Rüdiger

www.medienhaven.de

Kamera:

Sven Kiesche

www.m-medienproduktionen.de

Download:

Scheitern!

Text zur Ausstellung

Seit Jahrhunderten werden Gescheiterte von der Gesellschaft stigmatisiert - bis heute. 

Doch warum ist diese Angst so groß, so allumfassend?


Ist Scheitern wirklich so schlimm?
 

Die DIY-Bewegung und Shabby-Trends sind ein Indiz für das Umdenken - Schnauze voll von chic und perfekt! In kreativen Prozessen gehören Fehlschläge zur Entwicklung.
 Doch die Zeit für das Analysieren von Misserfolgen ist verschwindend gering.



"Scheitern!" ist eine Ausstellung für Kreative und legt einen Finger in eben diese Wunde.


Ist Scheitern im Sinne des Fortschritts gar notwendig?


Es ist eine Frage des Blickwinkels: Erfolg durch Mut zum Risiko!


Embrace Failiure!



Das Scheitern hat viele Gesichter und kann uns ständig begegnen; in allen Lebensbereichen - wie ein Virus. Es trifft uns in der Liebe, unserer materiellen Existenz, unserer Identität zwischen Anpassung und Individualismus und letztlich unserer Vergänglichkeit. Am Ende geht es nicht darum, der reichste, schönste und erfolgreichste Mensch auf dem Friedhof zu sein.

 

Doch wir sind alle nur begrenzt belastbar. Welchen Ausweg wählen wir, wenn unsere Grenze erreicht ist, wenn das Scheitern alle Lebensbereiche infiziert hat? Jährlich erliegen in Deutschland 10.000 Menschen dem Gedankenspiel mit dem Suizid.

Scheitern macht einsam, denn jeder erlebt es anders. Den Moment, in dem wir das erkennen, können wir nur schwer in Worte fassen. Für manche ist er aber auch ein Quell der Inspiration.

Um zu überleben, errichten wir ein ganzes Archiv von Wissen und Erfahrungen. Über den Ablauf der Schockphasen, die Tücken des Aufstehens, Resilienz und Fehlertoleranzen und über Bewältigungsstrategien. 
Wir verändern unseren Blickwinkel und versuchen dem Misserfolg etwas Positives abzugewinnen.

 

Wissenschaft, Kunst und Design nutzen das Scheitern sogar als Methode, die Innovation schafft - mit viel Vergnügen, Galgenhumor und Neugier.

 Denn Scheitern ist unumgänglich, aber auch die größte Chance, die wir haben.
 Scheitern ist notwendig, denn es kann die Not wenden.

 Wenn wir es schaffen können, in einem Augenblick festgefahrene Perspektiven zu drehen und die Angst fallen zu lassen, entstehen Dinge, die unmöglich sind. 
Ein Befreiungsschlag, der uns Kraft gibt, nicht aufzugeben.

"SCHEITERN! Alles was bleibt ist das Nichts." zeigt in einer räumlichen Inszenierung mittels verschiedener Medien den Prozess des Scheiterns ebenso wie die Chance, daraus zu lernen. Ein begehbares Scheitern, das erlebt, durchlebt, erfahren und gefühlt werden kann.

 Zu Anfang erkunden wir den Nährboden, den Niederlagen brauchen - also Situationen, die uns in den unterschiedlichsten Lebenslagen zum Straucheln bringen können. Anschließend wird beleuchtet, dass das Scheitern auch einen extremen Weg einschlagen kann. Nachdem der Augenblick des Scheiterns dann durchschritten wurde, können die Besucher ein einstürzendes Archiv durchforsten, um zu lernen, wie man das Scheitern hinter sich lässt. Hier erfährt man mehr über die Schockphasen, Resilienz, Fehlertoleranzen, Bewältigungsstrategien und das Scheitern in Kunst und Design.